Raubkunst auch in kleinen Museen: “Fast kein Museum ist ohne Verdachtsfälle” | hessenschau.de

Es lagert nicht nur in Großstadtmuseen, sonder auch in kleinen Häusern: Raubgut aus der Kolonialzeit oder der NS-Geschichte. Expert captions: Kaum ein Museum is not affected. Die Spurensuche ist für little Muses and all things special.

by
Rebekka Dieckmann

1891 sees a deutsche Soldatentruppe durch das damalige Deutsch-Ostafrika. Sie rücken mit Maschinengewehren an und hinterlassen burned Erde. It’s a “Punish Expedition”. Die Kolonialmacht ihren Einflussbereich sichern und die rebellischen Einheimischen absffenen. Denn: In der Region Iringa, im heutigen Tansania, gibt es ein mächtiges Volk, das sich wehrt, die Wahehe.

Unterwegs nach Iringa brennen die Deutschen schon dutzende Höfe nieder. Die Wahehe haben nur wenige Feuerwaffen, sie führen eine Art Guerillakrieg mit Holzspeeren und Lederschilden. Aber: Sie sind zahlenmäßig überlegen.

Weil die Wahehe die Kolonnen in einen Hinterhalt, can sie die Deutschen in einem blutigen Gefecht zurückdrängen, hunderte Menschen sterben, darunter auch der deutsche Befehlshaber. Die übrig gegebliebenen Kolonialherren ziehen sich zurück, nehmen jedoch Beute mit. An die Rebellion of 1891 is in Tansania bis heute in it.

Beute von Damals is upset in Giessen


leather shield in museum

Rund 140 Jahre später befindet sich ein Teil der Beute von damals im Oberhessischen Museum in Gießen: ein riesengroßer Lederschild, mehrfach geflickt – man sieht ihm die Spuren verganger Kämpfe an. Jahrelang resides in Gießen auf dem Dachboden, gemeinsam mit zahlreichen other Objekten aus Übersee. Aber who ist der Schild nach Giessen come? Und gehört there at all rightmäßig here hin?

Solche Fragen sich derzeit Museen in ganz Deutschland im Bezug auf Objekte, die aus sogenannten Unrechtskontexten kommen könnten, etwa der Kolonialzeit oder der NS-Geschichte. Was bisher wenig bekannt ist: Nicht nur Großstadtmuseen in Berlin or Frankfurt haben Raubgut in ihrem File, sondern auchviele kleine Stadt-, Regional- und Heimatmuseen.

Eine Umfrage des hessischen Museumsverband ermittelte, dass von knapp 190 befragten Museen in Hessen ein Viertel über außereuropäische Objekte paint, which meisten davon aus Afrika und Asien und all besonders aus ehemaligen Colonial zones in the heutigens. Die genaue Herkunft ist both meisten ungeklärt. Bols Hinzu Objekte, die möglicherweise von Juden enteignet be sind.

“Fast kein Museum ist ohne Verdachtsfälle”

“Die Erfahrung hat gezeigt, dass fast kein Museum ohne Verdachtsfälle ist”, so Saskia Johann, die beim hessischen Museumsverband im Bereich Provenienzforschung arbeitet, also dem Forschungsfeld rund um die Herkunft von Kunstgegenständen. Lesser Museen haben dabei ganz besondere Herausforderungen, meint Johann: Selten seien Objekte genau beschriftet, die Datenlage sei dünn. Meistens fehle den Häusern das Personal, das Money oder das Fachwissen, um dem nachzugehen. Manchmal seien es sogar Ehrenamtliche, qui sich um smaller Sammlungen kümmern.

Die Sammlungen von kleinen Häusern seien außerdem oft sehr heterogen, erklärt Johann. “Da gibt es Objekte vom Kochlöffel über den Schrank bis hin zu Gemälden.” Bei außereuopäischen Objekten sei ganz besonders herausfordernd, qui es sich häufig um Sammlungen aus ganz unterschiedlichen Regionen handle.

“Wo fängt man da an at all?”

Bei heimatkundlichen Museen wie dem Stadtmuseum Bad Wildungen (Waldeck-Frankenberg) steht vor allem die Frage im Raum, ob im File auch enteignete Besitztümer von Juden sein könnten. Schon das Museumsgebäude selbst hatte früher einer jüdischen Familie gehört. Zur Sammlung gehören historic Alltagsgegenstände wie Porzellan, Bücher oder Waschzubehör. Auch einige eindutig jüdische Objekte sind dabei, etwa eine Thora und ein Leuchter.

“Aber wo fängt man da an at all?”, frags Museumsleiterin Lisa Beutler. “In den Eingangsbüchern steht dann nur so etwas who ‘Leuchter angekauft'” Und: Man habe selbst keine Ressourcen für Provenienzforschung.

Check the smaller museums first


Fachwerkhaus von außen

Gemeinsam put three other hessischen Museen hat das Stadtmuseum deshalb bei einem neuen Erstcheck teilgenommen, the hessische Museumsverband neuerdings anbietet, um smaller Museen bei der Spurensuche zu helfen. Dabei kommt schultes Personal in die Häuser und hilft dort über einen sechsmonatigen Zeitraum bei der Provenienzforschung. Derzeit gibt es diesen Erstcheck nur für NS-Raubkunst, aber auch für Colonial Kontexte soll bald ein ähnliches Verfahren entwickelt were. Gefördert is durch öffentliche Gelder.

Lisa Beutler Meint: Der Erstcheck habe dem Museum geholfen, um first Ansatzpunkte zu identifizieren, an deen man nun weiterforschen wolle. “Und wenn wir bei Sachen critique Besitzverhältnisse feststellen, were wer verssuchen, die auch zurückzugeben.”

detective work

The Im Oberhessischen Museum in Gießen is man schon ein pair Schritte weiter. Vor einigen Jahren ist das Museum selbst aktiv as ein Vorreiter unter kleinen Museen in Hesse. In detektivischer Detailarbeit haben Museumsmitarbeiterinnen that Manuela Rochholl fears, Hintergründe der ethnografieen Sammlung zu rekonstruieren. “Zuallererst mussten wir sehrviele Kisten auspacken”, erzählt Rochholl. Schmuck, Schalen, Waffen – auch hier sei das some detailliert gesen.


Ausstellungsobjekte, Frau

Anhand von historicen Photos und Scripturestücken habe man schließlich einige Wege zurückverfolgen und Objekte genauer zuordnen können. Oft seien es Zufallsfunde gesen, etwa wenn man auf historicen Photos other Museen eigene Stücke entdeckt habe. Die wirklichen Besitzverhältnisse ließen sich dennoch in den meisten Fällen kaum klären, so Rochholl. “Es bleiben da ganz vale blind Flecken.”

Rückgabe ni ungeklärt

Beim Lederschild war that Provenienzforschung dagegen vergleichsweise leicht. Es war mit einem Schild vershen, auf demeindeutig stand: Erbeutet, 1891 in Iringa.

The Oberhessische Museum has deshalb bereits Contact aufgebaut zu einem Museum vor Ort, Manuela Rochholl war first before kurzem persönlich dort. “Die Mitarbeiter * innen haben sich gefreut, dass wir unsmeldet haben und sie helfen uns auch dabei, vor Ort Informationen zu den Objekten einzuholen.”

Bleibt natürlich ni die Frage, ob die Beute von damals wieder zurückgeben wird. Abschließend sei das noch nicht klärt, meint Rochholl. Der Prozess sei kompliziert, auch Rechtliche Aspekte spielten dabei eine Rolle. “The Museum of Iringa hat bisher auch keine Rückgabe des Schildes.” Man wolle, dass die Geschichte dahinter vor Ort in Gießen weitererzählt were kann. “Aber man remarks vor Ort schon, dass es da eine Lücke gibt,” says Rochholl. Ein Schild aus dieser Zeit gebees in Iringa nämlich nicht mehr.

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Im Oberhessischen Museum in Gießen läuft noch bis zum January 15, 2023 die Ausstellung mit dem Titel: Zwischen Sammelwut & Forschungsdrang. Colonial context in Gissen.

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Damals Erbeutetes zurückgeben oder nicht?

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